Hoffen auf die Forschung

Bisher gab es wenig Therapieoptionen für Ependymompatienten, aber ein möglicher Paradigmenwechsel kündigt sich an.

Ependymome – eine rätselhafte Krebserkrankung

Wissenschaftlern gaben Ependymome lange Zeit Rätsel auf. Ependymome, meist langsam wachsende Tumoren des zentralen Nervensystems, können in jedem Lebensalter vorkommen, meist treten sie jedoch im Kindes- und Jugendalter auf. Bisher ist nicht abschließend geklärt, aus welchen Ursprungszellen der Tumor sich entwickelt. Bezüglich des klinischen Verlaufs aber auch unter dem Mikroskop zeigen die Tumore ein sehr uneinheitliches Bild, was die Klassifikation in Risikogruppen und damit auch die Auswahl der besten Therapieoption sowie die Prognosestellung erschwert. Auch ließen sich die Tumore bisher nicht im Tiermodell nachzüchten, ein zusätzliches Hindernis für die Entwicklung therapeutischer Maßnahmen.

Wenig Therapieoptionen für Ependymompatienten

Nicht überraschend ist es angesichts des geringen Kenntnisstandes über die Biologie des Tumors, dass auch die therapeutischen Optionen ausgesprochen limitiert sind. Aufgrund der Lage des Tumors im Gehirn ist eine Operation riskant, oft aber die beste Chance für den Patienten. Je vollständiger der Tumor entfernt werden kann, desto besser ist die Prognose nach dem Eingriff. Eine Strahlentherapie kommt ebenfalls häufig zum Einsatz während chemotherapeutische Ansätze bisher weitestgehend nicht überzeugen konnten. Ein Großteil der Patienten ist daher langfristig zumeist aufgrund eines immer wieder zurückkehrenden Tumors nicht heilbar. Für die betroffenen Familien ist daher nicht nur die Diagnose ein Schock, sondern bei ungünstigem Verlauf mitunter auch die Ratlosigkeit der Ärzte gegenüber dieser Tumorart. Die limitierten Handlungsoptionen und die Schwierigkeiten, eine Prognose zu stellen, bedeuten eine große Verunsicherung für die Patienten und ihre Eltern.

Das Ependymomforschungsprogramm am KiTZ

Dr. Kristian Pajtler, Wissenschaftler am DKFZ und zugleich Oberarzt am Universitätsklinikum Heidelberg, leitet eine KiTZ-Forschungsgruppe, die unter anderem auch Ependymome erforscht. Dr. Kristian Pajtler und seiner Gruppe ist es gelungen, den bisher so ungreifbaren Tumor greifbarer und damit zukünftig möglicherweise auch angreifbarer zu machen. Wichtigster Schritt dabei: die molekulare Diagnostik. Anstatt sich bei der genaueren Bestimmung des Tumors – und damit auch bei der Festlegung der Therapie – nur auf histopathologische, d.h. die Beurteilung des Tumors unter dem Mikrokop, und radiologische Untersuchungen zu
verlassen, wird der Tumor nun auch anhand molekularer Eigenschaften klassifiziert. Diese molekularen Untersuchungen stellen eine Verfeinerung der Diagnostik darund sollen in Zukunft ermöglichen, die Therapie entsprechend dem Risiko für einen Rückfall sowie den Veränderungen im Erbgut der Tumoren anzupassen.

Erste Erfolge

Durch die Arbeit der Forschungsgruppe um Dr. Pajtler konnte eine zuverlässige und präzise molekulare Klassifikation etabliert werden, die eine genauere Riskoabschätzung ermöglicht. Im Rahmen weiterer Untersuchungen soll dieses Verfahren weiter geprüft werden und muss sich vor allem im Rahmen von klinischen Studien bewähren. In der Forschung konnten mit Hilfe der neuen Klassifikation bereits deutlich homogenere Gruppen als in der Vergangenheit analysiert und dadurch bisher übersehene Erbgutveränderungen der Tumoren identifiziert werden, die sehr wahrscheinlich an der Entwicklung dieser beteiligt sind und möglicherweise therapeutisch nutzbar gemacht werden können. Auch ist es erstmals gelungen, Modelle für eine präklinische Testung zu etablieren, wovon sich die Forscher eine deutliche Beschleunigung der Entwicklung geeigneter Therapien versprechen. Nicht zuletzt ist es Pajtler auch ein Anliegen, die psychosoziale Situation der betroffenen Familien genauer kennen zu lernen und zu verstehen, welchen Effekt die neuen diagnostischen Methoden auf die Verarbeitung der Krankheit haben. Damit die Familien im Umgang mit der molekularen Diagnostik nicht allein gelassen werden, sollen mögliche Hilfs- und Informationsangebote entwickelt werden.

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